Die Glasstadt Rattenberg öffnet auch 2019 wieder ihre Tore für ein historisches Fest!

 

Auch heuer wieder hat - nun zum 2. Mal - der Verein Rattenberg 2022, zusammen mit den Tiroler Mittelaltervereinen, ein Spektakel veranstaltet - Rattenberg wurde damit Schauplatz eines wunderbaren Mittelalterfestes!

 

Save the date: 26. - 28. April 2019

 

 

Großer Pestzug in Rattenberg

 

Erstmals fand in Westösterreich im Rahmen des Mittelalterfestes am 28.4.18 ab 20.00 Uhr ein großer Pestzug in Rattenberg statt.

In Erinnerung an die drei großen Pestepidemien im Mittelalter (um 1350, 1512 sowie 1611und 1612) bei denen auch Tirol stark betroffen war, wurde in Rattenberg von ca. 100 historisch gekleideten Teilnehmern ein Begräbnis dieser dunklen Epoche nachgestellt. 

Schwarz gekleidete Pestdoktoren mit Schnabelmasken, die zum Schutz vor dem schwarzen Tod mit Kräutern gefüllt waren, durften dabei genauso wenig fehlen wie weinende Klageweiber, Geiselbrüder, die sich selbst den Rücken peitschten und ein von meist nicht freiwilligen Helfern gezogener Leichenwagen auf dem die Sterbenden und Toten geladen wurden. 

Wächter begleiteten das schaurige Spektakel und ein Geistlicher gab den Kranken und Sterbenden den letzten Trost und erklärte am Ende des Zuges noch einmal die Geschichte des schwarzen Todes.

Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, um welche Krankheit es sich bei den Pestepidemien im Mittelalter wirklich gehandelt hat, bei denen in bestimmten Regionen bis zur Hälfte der Bevölkerung dahingerafft wurden.

Man geht heute davon aus, dass es sich wahrscheinlich um die Beulen- bzw. Lungenpest gehandelt hat, aber auch andere übertragbare Krankheiten als Schwarzer Tod bezeichnet wurden.

Heilung für diese Seuchen gab es zu dieser Zeit keine und sogenannte Pestspitäler, die am Rande oder außerhalb der Ortschaften und Städte entstanden, dienten mehr der Quarantäne der Infizierten als deren Pflege oder Genesung.

Begleitet wurden die Seuchen auch von Hungersnöten, da die Felder wegen fehlender Arbeitskräfte nicht richtig bestellt werden konnten und der Handel teilweise zum Erliegen kam.

Zur schnellen Bestattung wurden vielerorts außerhalb der Ortschaften und Kirchhöfen sogenannte Pestfriedhöfe angelegt, um die Leichen möglichst schnell und teilweise in Massengräbern zu beerdigen.

Noch heute erinnern vielerorts sogenannte Pestsäulen und Sagen an dieses wohl dunkelste Kapitel unserer Geschichte.